Einst Festhalle, dann Gericht: Jetzt ein Mehrbettzimmer der Jugendherberge

In dieser repräsentativen Halle feierten einst die Adligen. Jetzt machen sie Platz für eine bunte Jugendschar.

Erst Festhalle, dann Gericht. Jetzt ist es ein Zimmer für Jugendliche aus der ganzen Welt.

Hoch ging es im Mittelalter in diesem Raum zu und her, und das wird so bleiben. Hier tummeln sich Jugendliche von nah und fern und setzen die früheren Obrigkeiten ab. Herzog Berchtold – wir übernehmen!

Grosses hatte der Zähringer Herzog Berchtold V. im Sinn, als er um 1200 das Schloss Burgdorf baute. Neben dem Wehr- und dem Wohnturm musste auch eine repräsentative Festhalle her mit einer Grundfläche von über 200 Quadratmetern. Damit bekräftigte der Herzog seinen Willen, Burgdorf als zähringisches Zentrum zu positionieren. Es kam dann anders: Das Geschlecht der Zähringer starb rasch aus, die Kiburger als nächste Besitzer verarmten und schliesslich übernahm der Staat Bern das Schloss.  

Wo sich früher Herzoge ihr Stelldichein gaben, Ritterrunden dem Met frönten, Paare sich beim höfischen Tanz vergnügten und schöngeistige Adlige Lautenklängen horchten oder ganze Orchester auffahren liessen, werden künftig Jugendliche, Familien, Menschen aus nah und fern das Zepter übernehmen und in den preiswerten Sechser-Zimmern der Jugendherberge übernachten. Denn das Schloss gehört künftig allen und eine Übernachtung im historischen Ambiente ist für jedes Portemonnaie drin. Was der alte Herzog und sein auserlesener Kreis wohl dazu sagen würde?

Diese Geschichte teilen

Preiswert schlafen im historischen Ambiente: Dafür will ich spenden.