Hier spielt die Musik!

Die Zuschauertribüne für Interessierte an Gerichtsprozessen wird zur Bühne für fröhliche Musikantinnen und Musikanten. 

Nah am Gerichtsprozess: die Zuschauertribüne im Assisensaal

Während unten im Saal die gestrengen Assisen über den Angeklagten urteilten, versammelte sich das Publikum oben auf der Bühne und verfolgte den Prozess. Hier spielen künftig Musikantinnen und Musikanten auf zum Tanz. 

Auf der Tribüne des Assisensaals hat das Publikum viele Gerichtsurteile mit verfolgt. Eines aber hat bis heute bedeutende Spuren hinterlassen. Nämlich jenes gegen Fritz Grädel. Der unglückliche Schattmatt-Bauer wurde verdächtigt, seinen Schwiegervater umgebracht zu haben. Völlig zu Unrecht, wie es sich später herausstellte. Im Assisensaal von Burgdorf konnte man ihm denn die Tat auch nicht nachweisen, sondern sprach ihn «aus Zweifel für den Angeklagten» frei. Dies war für Grädel nicht genug. Er wollte Gerechtigkeit, zerbrach an diesem Urteil und starb als gebrochener Mann in einer psychiatrischen Klinik. 

Ein Stück Weltliteratur
Der Prozess gegen Fritz Grädel ist ein fiktiver. Er stammt aus der Feder von C.A. Loosli, dem Dichter und Philosophen aus Bümpliz. Mit seinen «Schattmattbauern» hat Loosli den Krimi zur  literarischen Gattung gemacht. Sowohl Glausers Studer-Romane als auch Dürrenmatts Bärlach-Krimis berufen sich auf dieses Stück Weltliteratur. Ehrensache, dass in der Bibliothek im Ofenstübli Looslis «Schattmattbauern» zur Lektüre bereit stehen. 

Der prächtige Assisensaal dient künftig Festen aller Art und die Tribüne eignet sich bestens als Bühne für Musikantinnen und Musikanten. Gut so. Dem gebrochenen Fritz Grädel nützt dies allerdings nichts mehr. 
 

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© W. Wiedmer

Im Festsaal tanzen – und auf der Galerie spielt live die Musik! Das ist nach meinem Geschmack. Dafür spende ich.