Der Palas: Vom Wohnen zum Arbeiten

Der Palas als Wohnturm: Das war einmal! Künftig wird darin die Wirtschaftsgeschichte von Stadt und Region präsentiert.

Johann N. Schneider-Ammann, Bundesrat, zuvor Unternehmer
«Die Industrie war, ist und wird in Zukunft wichtig sein. Als Job-Garant und Beitrag zum Wohlstand. Die Schweiz gehört zu den am frühesten industrialisierten Ländern. Und sie spielt auch in der «Vierten industriellen Revolution» – der Digitalisierung – eine Vorreiterrolle. Der Industriesaal hier in Burgdorf schafft es, Vergangenheit und Zukunft so auszuleuchten, dass das industrielle Potenzial und damit die Chancen der Branche voll zur Geltung kommen. Ich wünsche mir, dass sich viele junge Leute inspirieren lassen, diese Chance zu nutzen, und eine Karriere in der Industrie anstreben. Interessante Zukunftsperspektiven sind ihnen gewiss!»

Geschichte hat viel mit Arbeit und Leben zu tun.

Schloss Burgdorf vermittelt viel alte Geschichte, aber die Stadt ist nicht im Mittelalter stehen geblieben. Burgdorf gehörte zu den «Early Adapters» der Industrialisierung auf dem europäischen Kontinent und gehört auch heute zur Weltspitze.

Die Burgdorf-Thun-Bahn war 1899 die erste voll elektrifizierte Normalspurbahn Europas. Burgdorf stand damals mittendrin in der zweiten industriellen Revolution, mit welcher die Elektrizität das Arbeiten grundlegend veränderte. Auch sonst hat die Industrie in Burgdorf eine lange Geschichte und grosse Bedeutung. Heute noch finden sich in der Stadt zahlreiche Wasserkanäle, die früher Energie für die verschiedenen Stadtmühlen und Sägen und später für die wichtige Textilindustrie lieferten. Beim Bahnhof steht ein alter „Tröckneturm“ der Leinwandweberei Schmid als Denkmal dieser vergangenen Zeit.

Doch auch heute noch liefert die 1872 gegründete Schwob AG hochstehende Textilien von Burgdorf in alle Welt. Auch AEBI, welche 1883 in Burgdorf entstand, hat noch heute einen bekannten Namen als Herstellerin von Landwirtschaftsmaschinen und Transportgeräten. Auch in den letzten Jahren gründeten sich in Burgdorf Firmen von Weltruf. Dank der innovativen Technik von Ypsomed zum Beispiel, geht es vielen Menschen mit Diabetes besser. Es bietet sich also an, im neuen Museum der Geschichte der Industrialisierung und ihrer Auswirkungen auf die Arbeit und das Leben der Menschen nachzugehen. Gerade stehen wir mit der Digitalisierung als vierter industrieller Revolution wieder mitten in einer Umwälzung von Arbeitswelt und Gesellschaft.

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Jugendlichen die Industrie näher bringen und sie mit spannenden Berufen vertraut machen: Das unterstütze ich mit meiner Spende.